Polaroid Kamera Technik

Die Technik der Polaroid Sofortbild-Kamera ist sowohl einfach als auch genial. Denn innovativ und neu waren nicht die Kamera selbst, sondern der Polaroid Film und das Gesamtkonzept der Sofortbildkamera. Der Film ist in Form von zehn 7,8 x 7,9 cm großen einzelnen Rohbildern in einer Batterie verstaut. Das Bild selbst besteht aus bis zu 16 getrennten chemischen Schichten. Zu Oberst liegen unter einem durchsichtigen Deckblatt farbempfindliche Silberhalogenidschichten, die bei Öffnung des Objektivs fotosensibel auf das einstrahlende Licht reagieren. Darunter befinden sich die entsprechenden Farbkupplerentwicklerschichten, die nach der Belichtung durch den Zug über zwei Walzen mit alkalischer Paste die einen Verdunkler enthält aktiviert werden. Dadurch wird die Entwicklung in einer kleinen integrierten Dunkelkammer aktiviert und die Chemikalien beginnen zu arbeiten. Der Verdunkler löst sich am Ende des Prozesses fast durchsichtig auf und gibt dem Bild somit seinen einzigartigen Kontrast. Über einen Ausgabeschlitz wird das quadratische Foto nach 90 Sekunden Entwicklungszeit dann ausgeworden- dass wars.

Trennbild- und Integralfilm

wie ein polaroid film funktioniertIm Laufe der Zeit ergaben sich zwei technische Strömungen in der bildinternen Filmentwicklung. Einerseits der Trennbild– andererseits der Integralfilm. Das Trennbildverfahren setzte auf einen Film, der aus Positiv und Negativ bestand und nach der Belichtung durch abgezogen werden musste. Diese Trennung sorgte für ein wärmempfindliches Positivfoto, das nachträglich innerhalb von 20 Sekunden mit einem Klarlack überzogen werden musste.

Beim Trennbildfilm besitzt das Filmmaterial eine lichtempfindliche Schicht, die dem Negativfilm entspricht und eine positive Schicht. In das Filmmaterial ist eine Entwicklerpaste integriert. Diese Paste wird beim Herausziehen des Bildes zwischen den beiden Schichten (positiv und negativ) verteilt und dadurch entwickelt. Eine weitere Aufgabe der Chemikalien liegt darin, für Aufnahmen in Schwarz-weiß Silberteilchen und bei Farbaufnahmen Farbstoffe zu verteilen, die sich im Positivbereich einlagern. Nach einer eingestellten Einwirkzeit trennt sich die negative Schicht von der positiven Schicht und das fertige Foto liegt vor. Die später erfundene Integralfilmlösung erwies sich als deutlich günstiger und praktikabler.

Vorwiegend werden im Bereich der Mittelformatkameras Packfilme verwendet, die sich in speziellen Polaroid-Rückteilen befinden und an der Rückseite des Inneren der Kamera angebracht werden. Nicht so weit verbreitet sind Planfilme, die vorwiegend für die Großformatfotografie eingesetzt werden.

Beim Integralfilm, oder auch Trockenbildfilm, erfolgt die Entwicklung des Films in einer geschlossenen Bildeinheit. Dabei wird das durchsichtige Positiv des Filmmaterials über einen Spiegel belichtet. Hierbei sind die 10 Bilder, die in einer großen Batterie sitzen bereits nach der Belichtung und der Entwicklungszeit von 30-90 Sekunden fertig entwickelt ohne das zusätzliche Entwicklungsschritte nötig wären- ein weiterer Fortschritt.

Der Transport des Bildes erfolgt über einen in die Kamera integrierten Motor, während die Bildeinheit durch einen speziellen in den Chemikalien enthaltenen Verdunklerpaste vor Licht geschützt wird. Je weiter die Farbstoffbildung im Bild fortschreitet, umso mehr entfärbt sich die Verdunklerpaste und ist schlussendlich nicht mehr zu sehen.